Sommerzeit

Mein Kampf gegen die Zeitumstellung

Seit über 10 Jahren setze ich mich dafür ein, die Zeitumstellung abzuschaffen. Zunächst denken viele, das Thema Zeitumstellung sei ein völlig unwichtiges und die zweimal jährlich stattfindende Zeitumstellung würde niemandem wehtun. Allerdings habe ich im Laufe der Jahre erkannt, dass das nicht stimmt. Im Gegenteil – es gibt unheimlich viele Menschen, die jedes halbe Jahr aufs Neue mit der Zeitumstellung zu kämpfen haben und es jedes Mal Wochen dauert seinen Rhythmus an die neue Zeit anzupassen. Einigen mag dies gar nicht gelingen.

Es gibt sehr viele gute Gründe, die Zeitumstellung abzuschaffen, aber nur sehr wenige, sie beizubehalten.

Bild, Ton und Text zur Sommerzeit

27. Oktober 2016

Diagnose Zeitumstellung: Die innere Uhr darf nicht verstellt werden

Am kommenden Sonntag werden wieder die Uhren umgestellt, zum Unmut von Herbert Reul: „Wir spielen mit der Gesundheit der Menschen. Die innere Uhr tickt unbeachtet weiter“, […]
24. März 2016

Immer mehr Unterstützung gegen Zeitumstellung

Zur anstehenden Zeitumstellung am kommenden Sonntag, den 27. März,  sagt der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, Herbert Reul (CDU): „Seit über 10 Jahre beschäftige ich mich […]

Chronologie meiner Aktivitäten

21.10.2005 1. Anfrage REUL an den Rat, zum Stand Sommerzeit (SZ) in den Mitgliedstaaten
10.03.2006 Antwort des Rates – nicht die Absicht, SZ abzuschaffen, Verweis auf das Funktionieren des Binnenmarktes und auf einen für 2007 angekündigten Bericht der Kommission
09.11.2006 Anfrage REUL an Kommission unter anderem dazu, was die Kommission von den Mitgliedstaaten für ihren Bericht erwartet, ob es einen Fragekatalog gibt usw. Ebenfalls unbeantwortet blieb die Frage ob eine Abschaffung das Funktionieren des Binnenmarktes gewährleisten würde.
30.04.2007 Antwort Verkehrskommissar Barrot: Kommission würde für Bericht noch Informationen der Mitgliedsstaaten auswerten, einige Mitgliedsstaaten hätten nach detaillierten Informationen gefragt, denen seien sie übermittelt worden.
20.07.2007 Anfrage an Kommissionspräsident Barroso zur Sommerzeit.
05.10.2007 Antwort von Kommissionspräsident Barroso an Reul, die Sommerzeit trage zu Energieeinsparungen bei, sie seien jedoch „nicht erheblich und deren genaue Bemessung schwierig„. Experten seien sich zudem darin einig, dass die Anpassungsschwierigkeiten nur temporär seien und „die Gesundheit nicht beeinträchtigen„. Das Fehlen von Datenmaterial für eine Untersuchung der Auswirkungen der Sommerzeit auf den Verkehr, insbesondere die Verkehrssicherheit, wurde bestätigt – aber eine Initiative zur Erhebung dieser Daten auch nicht angesprochen.
14.11.2007 Anfrage REUL an Bundesminister Dr. Schäuble. Antwort am 10.12.2007:  keine Beschwerden erhalten.
23.11.2007 Sehr spät wird der fällige Kommissionsbericht KOM(2007)739 veröffentlicht. Ohne Initiative Reul ist fraglich, ob die Kommission den Bericht veröffentlicht hätte. Bericht ist wenig konkret, widersprüchliche Aussagen, so fordere kein MS die Abschaffung der Sommerzeit, Belgien fordere die Beibehaltung der Sommerzeit über das ganze Jahr. Wenige MS haben neue Studienergebnisse eingereicht, darunter zum Energieverbrauch, der unwesentlich geringer sei. Hinsichtlich der Verkehrssicherheit wurde erneut – nach fast 30 Jahren Sommerzeit – das Fehlen einheitlicher, europaweiter Studien festgestellt. Es wird auch eine finnische Studie zitiert, welche anhand von 10 (!) Probanden die Auswirkungen der Zeitumstellung untersucht hat – aber selbst vor einer Verallgemeinerung der Ergebnisse warnte. In Frankreich werden zudem die beiden Kategorien „pro Sommerzeit“ und „ist mir gleichgültig“ zu einer zusammengefasst. KOM kommt zu dem Schluss, dass eine Weiterführung der Sommerzeitregelung angebracht sei.
10.12.2007 Antwort von BM Dr. Schäuble: Energieeinsparung sei nicht der eigentliche Zweck, wichtiger sei Harmonisierung der Zeitbestimmungen in den MS. In der Stellungnahme der Bundesregierung heißt es, Energieeinsparungseffekte werden auch nicht erwartet, allerdings erkennt die Bundesregierung an, dass bei den Lärmemissionen eine Verlagerung in die sensiblen Abend- und Nachstunden erfolgt. Konsequenzen werden hieraus jedoch nicht gezogen.
17.12.2007 Beschluss der Koordinatoren im zuständigen Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments: Keine Befassung mit dem Kommissions-Bericht zur Sommerzeit, trotz Intervention von Reul
18.12.2007 Stellungnahme der Bundesregierung zur SZ: geringe politische Bedeutung, keine nennenswerten Auswirkungen nach „eingehender Prüfung“ festgestellt, die Beibehaltung der SZ sei im deutschen Interesse.
März 2008 Emnid-Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass 62% der Bundesbürger gegen den Wechsel sind, mit 69% der Gegner ist der Anteil der Frauen an der Zeitumstellung besonders hoch. Nur bei den Jüngeren (14-29) überwiegen die Befürworter der Umstellung.
März 2010 Brief REUL gemeinsam mit Gudrun Kopp (FDP) an BM de Maizière zur Zeitumstellung
Oktober 2011 Herbert REUL organisiert Diskussionsrunde im Europaparlament mit dem Chronobiologen Prof. Till Roenneberg
März 2012 Herbert REUL jobbt am Tag der Zeitumstellung in Bäckerei, um auf noch früheres Aufstehen für bestimmte Berufstätige durch Zeitumstellung aufmerksam zu machen
April 2013 Anfrage REUL an EU-Kommission zum Stand der Zeitumstellung in EU; Frage nach Überprüfung 2015
Juni 2013 Antwort der Kommission, dass MS keinen Anlass zur Abschaffung sehen, Sommerzeit diene dem Binnenmarkt, keine Auskunft zu Plänen für 2015.
Oktober 2013 Brief REUL an Edmund Stoiber mit der Bitte, Zeitumstellung bei Bürokratiebekämpfung auf EU-Ebene zu berücksichtigen
Oktober 2013 REUL organisiert Diskussionsrunde zur Zeitumstellung im Morbier-Uhrenmuseum in Düsseldorf mit Chronobiologin Prof. Charlotte von Gall
Oktober 2013 – April 2014 Von REUL unterstützte Petition des Arztes Hubertus Hilgers, die bislang über 50.000 Unterschriften gewinnen konnte – Petition wird am 21. April dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags überreicht.
05.04.2014 CDU beschließt auf Parteitag Antrag von REUL, sich für die europaweite Abschaffung der Zeitumstellung einzusetzen (Beschluss A 253)
05.04.2014 Anfrage von REUL und Peter Liese (CDU) an Kommissionspräsident Barroso und Verkehrskommissar Kallas mit der Aufforderung die Konsequenzen einer Umstellung auf Sommer-, oder Normalzeit im Vergleich zum Status Quo zu untersuchen.
11.06.2014 Antwortschreiben von Kommissar Kallas weist die Kompetenzen der Kommission in Sommerzeitfragen von sich und verweist auf Mitgliedstaaten. Eine Studie wurde dennoch bereits in Auftrag gegeben.
September 2014 Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgeabschätzung des Deutschen Bundestages beschließt eine sog. „Technikfolgeabschätzung“ zum Thema Abschaffung der Zeitumstellung. Untersucht werden die Folgen einer Änderung des Status Quo auf Wirtschaft, Gesellschaft, Energieverbrauch etc..
24.10.2014 EP-Petitionsausschuss weißt das Petitionsanliegen von Herrn Hilgers gemäß Artikel 215, Absatz 8 der Geschäftsordnung ab. Grund: Zeitumstellung falle nicht in den Tätigkeitsbereich der EU.
05.11.2014 BT-Petitionsausschuss schließt Prüfung mehrerer Petition zur Zeitumstellungsabschaffung ab und beschließt die Petitionen dem BMWi, sowie auch dem Europäischen Parlament zuzuleiten: „eine Initiative zur Änderung der Rechtslage nur im Wege einer Initiative auf europäischer Ebene zielführend„.
19.11.2014 Kommission veröffentlicht unter dem Titel „The application of summertime in Europe“ eine Studie über die jeweiligen Auswirkungen der möglichen Szenarien zur Zeitumstellung. Ergebnisse sind dabei wenig aussagekräftig, es mangelt weiterhin an fundierten Studien.
15.12.2014 Anfrage von Herrn REUL an Generalsekretär Herrn Dr. Tauber, bezüglich Umsetzung des Parteitagsbeschlusses von April 2014.
06.01.2015 Anfrage REUL an Kommission zur Kommissionsstudie aus dem November, bzgl. der genauen Fragestellung und Budget.
10.03.2015 Antwort Kommission auf Anfrage zu Studie: Budget der Studie war 71.850€. Fragestellung der Studie relativ Vage nach potentiellen Auswirkung von nicht mehr harmonisierten SZ-Regelungen.
24.03.2015 EP-Anhörung der Ausschüsse ITRE, TRAN, und JURI zum Thema Zeitumstellung mit dem Arbeitstitel „Time to Revisit Summer Time?“ (Themen: Industrie, Energie, Verkehr, Tourismus, Biorhythmus, und Verbesserung von Regulierungen)
25.03.2015 Kurzes Video „Die verlorene Stunde“ von REUL anlässlich Zeitumstellung März 2015
21.04.2015 Antwort von Generalsekretär Tauber: Änderung der Zeitumstellungsregelung nur auf europäischer Ebene zu regeln – „es sähe merkwürdig aus, wenn Deutschland als einziges Land in der EU keine Sommer- und Winterzeit mehr hätte„.
21.05.2015 Anfrage REUL an EU-Verkehrskommissarin Bulc mit Bitte um Klärung der rechtlichen Lage bezüglich Zeitumstellungsabschaffung und möglichen Änderungsmöglichkeiten.
Juni 2015 Sekretariat des EP-Rechtsausschusses kommt in einer inoffiziellen Analyse zum Schluss, dass EU lediglich Sommerzeitregelungen harmonisieren kann, nicht aber abschaffen. Aufhebung der EU-Richtlinie würde dazu führen, dass jedes Mitgliedsland eine eigene Regelung trifft, was dem EU-Binnenmarkt schaden würde.
14.07.2015 Antwort von Kommissarin Bulc, in der die Kommissarin klarstellt, dass die EU keine Kompetenz hat die Sommerzeit einzuführen oder abzuschaffen, sondern lediglich nationale Regelungen zu harmonisieren: „Einführung oder Abschaffung der Sommerzeit ist Sache der Mitgliedsstaaten. Dessen unbeschadet kann das Europäische Parlament die Europäische Kommission (…) auffordern, Richtlinie 200/84/EG aufzuheben„.
24.07.2015 Strategietreffen von Zeitumstellungsexperten in der ChronoCity Bad Kissingen mit dem Ziel die Bemühungen der einzelnen Akteure zu koordinieren und gemeinsame Handlungsansätze zu finden.
29.10.2015 Mündliche Anfrage an Kommissarin Bulc im Plenum mit anschließender Debatte zum Thema Zeitumstellung. Kommissarin begegnete vielen konstruktiven Beiträgen von MdEPs verschiedener Nationalitäten und Fraktionen ohne stichhaltige Argumente.
16.03.2016 Aussprache im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestags über den TAB-Bericht zum Thema Sommerzeit. Der Bericht ergibt, dass es in den untersuchten Bereichen Energie, Wirtschaft und Gesundheit nicht genug belastbare Evidenz gibt und weitere Erhebungen folgen müssen. Allerdings gibt es bereits jetzt genug Zahlen, die darauf hindeuten, dass die Zeitumstellung keine Energieeinsparungen ergibt und ebenso viele Studien, die auf Beeinträchtigung der Gesundheit hinweisen.
April 2016 Start einer fraktionsübergreifenden Kampagne vieler Europaabgeordneter für das Thema Zeitumstellung im Europäischen Parlament durch Verschickung eines Flyers an alle Abgeordneten des EPs. Ziel ist es, eine Mehrheit der Abgeordneten für das Anliegen zu gewinnen und dann weitere Schritte in die Wege zu leiten.
09.10.2016 Veranstaltung im Europäischen Parlament zum Thema Zeitumstellung für Abgeordnete mit Experten aus dem Gesundheitsbereich: Professor Dr. Till Roenneberg, Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Leiter der Gruppe „Chronoscience & Systems Biology“, und  Prof. Russell Foster, Sleep and Neuroscience Institute (SCNi) an der University of Oxford.
27.10. 2016 Debatte im Plenum in Straßburg mit Kommissar Navracics zum Thema Zeitumstellung. Erneut keine stichhaltigen Argumente auf die vielen konstruktiven Beiträgen von MdEPs verschiedener Nationalitäten und Fraktionen.