Diagnose Zeitumstellung: Die innere Uhr darf nicht verstellt werden

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Diagnose Zeitumstellung: Die innere Uhr darf nicht verstellt werden

Am kommenden Sonntag werden wieder die Uhren umgestellt, zum Unmut von Herbert Reul: „Wir spielen mit der Gesundheit der Menschen. Die innere Uhr tickt unbeachtet weiter“, so der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament im Hinblick auf die heute stattfindende Plenardebatte zur Sommerzeit im Europäischen Parlament.

 

„Es geht hier nicht um Bluthochdruck oder Herzrasen, wenn man wiedermal aufwacht und merkt, dass man die Zeitumstellung verpasst hat. Das gesamte Immunsystem leidet unter dem Schlafdefizit“, erklärt Herbert Reul und bezieht sich auf eine kürzlich stattgefundene Veranstaltung zur Zeitumstellung im Europaparlament, die sich dem Thema aus medizinischer Sicht annahm. Beide Gastredner* bestätigten, dass ein Großteil der Menschen unter chronischem Schlafmangel leidet. Das schadet nicht nur der Leistungsfähigkeit am Tag selbst, sondern kann zu langfristigen Schäden führen. „Tod durch Zeitumstellung steht zwar später nicht als Diagnose in der Patientenakte, sollte aber als Auswirkung nicht unterschätzt werden“, so der CDU-Europaabgeordnete. Je schlechter die Abstimmung zwischen biologischem Schlafrhythmus und dem von der Gesellschaft aufgedrückten Schlafrhythmus, desto höher ist die Folge, an Schlafstörungen zu erkranken. Langfristig können diese dann beispielsweise zu einem erhöhten Krebsrisiko oder Herz-Kreislauferkrankungen führen. „Die Auswirkungen der Zeitumstellung auf die innere Uhr des Menschen sind deutlich mehr als eine bloße Stunde. Wie können wir guten Gewissens die Gesundheit der Menschen leichtsinnig aufs Spiel setzen, wo doch die negativen Auswirkungen die eventuellen Vorteile deutlich überwiegen“, fragt sich Reul.

 

Problematisch ist, dass die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten den Schwarzen Peter hin und her schieben. „Solange keiner die Verantwortung übernimmt, werden wir noch lange Mitschuld an zahlreichen physischen und psychischen Erkrankungen haben“, so Reul abschließend.

 

* Prof. Till Roenneberg ist Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Leiter der Gruppe „Chronoscience & Systems Biology“

* Prof. Russell Foster, Sleep and Neuroscience Institute (SCNi), University of Oxford

 

Die Plenardebatte können sie heute ab 15:00 Uhr unter folgendem Link live verfolgen: http://www.europarl.europa.eu/ep-live/de/plenary/video?date=27-10-2016

 

Für weitere Informationen:

Herbert Reul MdEP, Tel. +32 2 28 38244